Paraguay-Zufallsbild |
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 Mittagspause mit der Familie
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| Indianer und Landrechte in Paraguay |
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Eine Kampagne der Gesellschaft für bedrohte Völker - Start: 27. Mai 2003
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1989 wurde die Militärdiktatur Paraguays unter General Alfredo Stroessner gestürzt. Nach einer Zeit des Übergangs amtiert seit 1993 wieder eine demokratische Regierung. Doch das Land wird nach wie vor von Korruption, Machtkämpfen, Kriminalität und wirtschaftlichen Schwierigkeiten heimgesucht. Auch die gerechte Verteilung von Land bleibt ein gravierendes Problem. Hiervon ist besonders die indianische Bevölkerung betroffen, die ihr Land und damit die Möglichkeit, ihre Lebensweise beizubehalten, als Folge der europäischen Kolonialisierung fast vollständig verlor. Dabei schreibt die paraguayische Verfassung sogar vor, dass "die Rechte der Eingeborenen unantastbar" sind und sie unter dem Schutz der internationalen Menschenrechte stehen. Die Indianergesetzgebung sieht zudem einen rechtlichen Anspruch auf Land vor (s. Ley 904).
Die Waldindianer: Totobiegosode
Besonders prekär ist die Situation für die letzten noch lebenden Totobiegosode. Sie sind Waldindianer, deren traditioneller Lebensraum im Norden Paraguays liegt. Noch heute gibt es eine kleine Gruppe von etwa 40 Angehörigen dieses Volkes, die ohne Kontakt mit der Außenwelt in den Wäldern lebt. Die Totobiegosode gehören zu den insgesamt etwa 5000 Ayoreode-Indianer. Ihre Heimat liegt im Gran Chaco im Nordosten Paraguays und in Bolivien. Freiwillig haben sie nie ihren Wald verlassen.
Totobiegosode
Heute haben die Totobiegosode den Großteil ihres Lebensraumes durch Monokulturen der Landwirtschaft und Rinderweiden für immer verloren. Auch die wachsende Macht ausländischer Investoren und der Moon-Sekte auf dem Grundstücksmarkt in Paraguay trägt dazu bei, eine Landreform zu blockieren. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Totobiegosode aus den Wäldern vertrieben. Doch 1997 kehrte ein Teil von ihnen nach Aocojnadi im Osten ihrer alten Heimat zurück. bereist seit 1993 erheben sie dort mit dem sog. "Reclamo Totobiegosode" Anspruch auf 550.000 ha des ihnen gestohlenen Landes. Unterstützt werden sie dabei von der Grupo Apoyo a los Totobiegosode (GAT).
Die Straße Tte. Montania-Madrejon trennt die ehemalige Heimat der Totobiegosode in zwei Teile. Westlich davon lebt die kleine, noch von der Außenwelt isolierte Gruppe der Totobiegosode im Gebiet von "Amotocodie". Eine gleichnamige paraguayische Initiative bemüht sich derzeit, "Amotocodie" Waldreservat von 100.000 ha schützen zu lassen.
1998 erließ der Generalstaatsanwalt ein Indianerschutzgesetz, in dem das Betreten des Waldes und die Suche nach Indianern unter Strafe gestellt werden. Den Ausschlag hierfür hatte ein Zwischenfall geliefert, bei dem sich einige Indianer mit Pfeil und Bogen gegen Rodungsmaschinen eines Holzfällertrupps in "Amotocodie" zu wehren versucht hatten. Dieses Verbot, den Wald zu betreten, wird inzwischen zunehmend ignoriert. Westlich von "Amotocodie" wurden die Waldrodungen auch 2002 fortgesetzt. Auch die Viehweiden der Rinderzüchter dehnen sich immer weiter aus. Im Gebiet des "Reclamo Totobiegosode" sind die Landforderungen nicht nur weitgehend unerfüllt. Immer mehr Wald fällt der Holzindustrie zum Opfer, die dort das wertvolle Palisanderholz erntet. Auch Mennoniten haben bereits eine Schneise in den Wald geschlagen und dadurch eine Totobiegosode-Gruppe vertrieben. Die Mennoniten versuchten außerdem, durch das Auslegen von Kleidung und Salz Kontakt zu den Indianern aufzunehmen. Dies alles verstößt gegen das Indianerschutzgesetz, wird aber strafrechtlich nicht verfolgt.
Die Situation der Maskoy
Die indianische Gesamtbevölkerung des 5.359.000 Einwohner Staates Paraguay wird auf 50.000 bis 100.000 Menschen geschätzt. Nicht nur die Totobiegosode sind in ihrer Existenz gefährdet, sondern auch die Maskoy von Puerto Casado. Im Jahr 2000 verkaufte die paraguayische Regierung ohne die betroffenen auch nur zu informieren mehr als 400.000 Hektar Land inklusive Vieh und Anbauflächen an die Moon-Sekte. Auf diesem Land leben 7000 Menschen, darunter 2000 Maskoy-Indianer, denen jetzt der Verlust ihrer Lebensgrundlage droht.
Sollte der Holzeinschlag ungebremst fortgesetzt werden, wird Prognosen zufolge zwischen 2010 und 2020 der letzte Baum in Paraguay gefällt werden. Die indianischen Völker Paraguays würden dadurch nicht nur ihr Land verlieren, sondern auch ihr Leben. Die Einwohner Puerto Casados haben inzwischen einen Enteignungsantrag für einen Teil des verkauften Landes gestellt, in der Hoffnung, das drohende Schicksal der Obdachlosigkeit und des Hungers in letzter Minute abwenden zu können. Sowohl die Totobiegosode als auch die Maskoy brauchen unsere Unterstützung im Kampf um ihre Menschenrechte.
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Die Ureinwohner Paraguays...
Die Geschichte der Ureinwohner bzw. Indios in Paraguay ist ein ebenso trauriges Kapitel, wie im restlichen Amerika. Man muss sich wundern, dass – nach all den Jahrhunderten der Verfolgung und Ausrottung durch die weiße Rasse – überhaupt noch Überlebende dieser Völker existieren...
ACHÉ 700
ANGAITÉ 1.700
AVÁ-GUARANÍ 7.000
AYOREO 850
CHAMACOCO 1.000
CHIRIPÁ 7.000
GUANÁ 95
GUARAYO 1.300
LENGUA 11.000
MAKÁ 2.000
MANJUI 250
MBYÁ 5.000
NIVACLÉ 8.000
PAÎ-TAVYTERÂ 8.050
SANAPANÁ 1.070
TAPIETÈ 1.900
TOBA MASKOY 2.060
TOBA QOM 800
Die Ureinwohner Paraguays
Stämme: Pers. (ca.)
Im Chaco von Paraguay, der menschenfeindlichen sogenannten grünen Hölle, leben viele Indios unter absolut menschenunwürdigen Umständen. Sie trinken verseuchtes Wasser, als sei es Limonade und viele sind froh, wenn sie über-haupt etwas zu trinken finden. Sie verhungern, verdursten, werden von Land-räubern erschlagen, oder vertrieben. Viel zu wenige Menschen interessieren sich dafür, dass in unserem zivilisierten Jahrhundert derartinge Dinge geschehen können. Jeder kümmert sich nur um seine eigenen Probleme, die doch so lächerlich geringfügig sind.
Ein paar wenige Menschen, denen dieses Leid unter die Haut geht, opfern ihre Zeit und ihr Geld, um diesen Menschen zu helfen. Leider ist dies nur der be-kannte Tropfen auf dem heißen Stein. Viel mehr müsste getan werden, um diesen Nachfahren einer großen Kultur ein menschenwürdiges Dasein zu ermög-lichen. Man hat ihnen alles genommen, aber im Tausch dafür nichts gegeben! Und man nimmt ihnen auch heute noch die Ländereien weg, die ihnen vom Staat übereignet wurden.
Viele fragen sich, warum die Indios sich nicht mit Pfeil und Bogen dagegen wehren. Der tiefe Glaube dieser Menschen hindert sie daran. Sie sind der An-sicht, dass man die Erde nicht besitzen kann. Man darf sie nutzen, solange man auf ihr wandelt. Aber wie kann man einen Teil der Mutter Erde besitzen, man kann doch auch nicht die Luft oder gar das Wasser sein eigen nennen? Der weiße Mann ist für den roten Mann stets ein Rätsel gewesen, was er nicht lösen konnte.
Der weiße Mann hingegen hat noch nicht einmal den kleinsten Versuch unter-nommen, das Rätsel 'roter Mann' zu entschlüsseln. Mit Brachialgewalt wurde alles Andersartige niedergemacht und unterjocht. Viele Menschen bedauern zwar das Los der Ureinwohner, gehen dann aber zur Tagesordnung über. Sie sollten lieber sich selbst bedauern, denn irgendwann im Laufe der Entwicklungsgeschichte der Menschheit muss und wird sich das Blatt wenden.
Die lebensunfähigen Weißen, die im Urwald keine halbe Stunde ohne den Bei-stand eines Roten überleben können, werden dann umdenken müssen. Die Welt wird nicht immer das sein, was sie jetzt ist. Die hochmütigen Ignoranten sollten lieber sich und ihre Kinder auf ein Leben vorbereiten, worin Komfort und ein leichtes Leben keinen Platz mehr hat. Viele weiße und sehr reiche Plantagen-besitzer mussten in Südafrika um ihr Leben rennen und ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen. Viele haben noch nicht einmal mehr das geschafft. Sie alle haben die Zeichen des Wandels ignoriert und den höchsten Preis dafür gezahlt...
Auch hier in Paraguay bangen Großgrundbesitzer bereits um ihr Leben, um Hab und Gut. Landbesetzer treiben ihr Unwesen und verunsichern die Gesellschaft. Die Indios sehen mit gewohnter Ruhe zu, wie die Weißen sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen und nicken mit den Köpfen. Sie brauchen nur zu warten, denn die Zeit arbeitet für sie. Und Zeit – ja, davon haben sie genug...
Vorprogrammierte Zukunft...?
Paraguay
Informationen u. Immobilien für Einwanderer
Die Indios vom Stamm der Lengua verfügen heute über die meisten Mitglieder, nämlich über 10.000, während der Stamm der Guanás mit seinen knapp 100 Angehörigen nahezu ausgerottet ist, gefolgt von den Manjui, mit ca. 250 Angehörigen. In der Haupt-stadt Asunción trifft man häufig auf Angehörige der Makás, die ihre selbstgefertigten Artikel an Touristen verkaufen und sich auch für Geld ablichten lassen. Sie leben in einem schmutzigen Reservat, der sogenannten Indianersiedlung, und ich frage mich oft, was für Gedanken ihnen durch den Kopf gehen, wenn eine kreischende Horde Touristen in ihr Dorf einfällt, und sie sich wie Affen im Zoo zur Schau stellen müssen... Es sind ruhige, sanfte Menschen, die offenbar nichts aus der Ruhe bringen kann. Oder ist es vielleicht die Resignation, die diese Menschen zu dem gemacht hat, was sie heutzutage sind? Rechtlose bunte Schatten und zu müde, um aufzubegehren? Aber was ist mit den Heranwachsenden? Werden auch sie sich für immer unterdrücken lassen, oder wird es in Paraguay irgendwann einmal eine Red-Power-Underground-Initiative nach US-amerikanischem Muster geben?
Die jungen Indios interessieren sich wie alle Jugendlichen dieser Welt für Hamburger, Coca-Cola, Diskotheken und heisse Musik. Leider können sie sich diese Ver-gnügungen jedoch nur im Traum leisten. Vielleicht kommt der Tag, an dem sie all diese Dinge auch in der Wirklichkeit erleben wollen. Ihre Großeltern und Eltern haben sie Genügsamkeit gelehrt...
Ihr tiefer Glaube an die Weisheit der Älteren hält die Wut in Zaum. Aber vielleicht kommt der Tag, an dem ein junger Vater sein Kind nicht mehr sterben lassen will, nur weil er kein Geld für die Arztkosten hat. Alle paraguayischen Regierungen bis August 2008 haben die Indios im Stich gelassen.
Weltweit existieren eine Menge Organisationen, die sich für die Rechte der Ureinwohner einsetzen. Leider betrifft das nicht die Indios von Paraguay. Kaum jemand interessiert sich für sie.
Hoffentlich wird die neue Regierung Fernando Lugo & Federico Franco dieses Image und diese Tatsache ändern können ! (Hits: 1173)
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